Im Fokus: Bilanz der Schlossfestspiele

oder 
Das Wunder von Möggingen

Fakten

Am 26./27. Juni 2026 fanden die Mögginger Schlossfestspiele statt. Das Team für das Schauspiel umfasste mit den Darstellern, der Regie, Souffleuse und Maske, Design, Requisiten, Kulissen, Kostümen und den Darstellern beim Lebend-Kasperle-Theater etwa 50 Personen. Nicht zu vergessen der Fanfarenzug des Mögginger Narrenvereins Welsbart bei der Eröffnung. Dazu kamen die Helfer beim Bühnenauf- und abbau und bei der Technik, die Organisatoren des Kindernachmittags inklusive Kaffee und Kuchen, die Mögginger Köche, das Personal am Wein- und Getränkestand, das Umbauteam, die Leute am Eingang, an den Absperrungen und am Parkplatz sowie diejenigen, die für die Sicherheit zuständig waren. So ca. 150 Menschen, die meisten aus Möggingen, kamen da schon zusammen.

Mit den „Alläfänzigä“ und „Sound Kitchen“ sind zwei Bands aufgetreten. Auch die Gastgeber, die Familie von Bodman, die den Schlosshof zur Verfügung stellten, und die Firma M&C Veranstaltungs- und Medientechnik, die für Bühnen-, Ton- und Lichttechnik verantwortlich war, spielten eine gewichtige Rolle.

Das Schauspiel war mit je 300 Besuchern an den beiden Veranstaltungstagen schon frühzeitig restlos ausverkauft. Dazu kamen noch diejenigen, die das Angebot nutzten, gemeinsam mit einigen Helfern der Generalprobe beizuwohnen. Veranstalter war der neu gegründete Verein Kultur- und Vereinsgemeinschaft Möggingen n.e.V. Finanziert wurde das Ganze zu etwa je einem Viertel von der Stadt Radolfzell im Rahmen des Stadtjubiläums, durch Spender und Sponsoren sowie mit den Eintrittsgeldern. 


Stimmen aus dem Volk

„Einmalig!“
„Ein Beispiel für eine funktionierende Dorfgemeinschaft“
„Der kleinste Ortsteil ist wieder einmal der größte!“
„Mutig, so ein schwieriges Thema aufzugreifen.“
„Mir hat die Musik am ersten Tag nicht so gefallen.“
„Ein Meisterstück!“


Meinung

Bekanntlich kann man es ja selten allen recht machen, doch das scheint uns dieses Mal fast gelungen zu sein. Es war schon eine Freude mit anzusehen, wie jung und alt schon im ersten Teil gebannt die Handlung verfolgten, obwohl es keine leichte Kost war. Es machte großen Spaß den Leuten zuzusehen, wie sie im zweiten Teil herzhaft lachten und sogar ein paar Tränchen verdrückten. Es verblüffte, wie manche Darsteller, die man sonst nur von klamaukigen Auftritten an der Fasnacht kannte, auf einmal auch „ernst“ konnten. Es überraschte, dass es im Zusammenwirken so vieler Menschen, die das alles in ihrer Freizeit machten, so wenig Misstöne gab. Und es macht Hoffnung, dass es anscheinend doch auf Verständnis stößt, wenn man sich mit einer hässlichen Phase der deutschen Geschichte auch auf lokaler Ebene auseinandersetzt. 
 
Und: Bei zwei so wunderbaren Abenden im Wasserschloss - ganz so schlecht kann es doch nicht bestellt sein um unser Land, oder? Auch wenn kurz darauf die deutsche Nationalmannschat bei der WM erneut frühzeitig ausschied. Aber da spielten halt auch keine Mögginger mit.

Jürgen Karrer





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